Das Studium der Linguistik am


Seminar für Sprachwissenschaft
Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Wilhelmstraße 113
D-72074 Tübingen

Informationsbroschüre 1995


Inhaltsverzeichnis

  1. Überblick
  2. Allgemeine Sprachwissenschaft: Die Studiengänge
    1. Magisterstudiengang Allgemeine Sprachwissenschaft (AS)
      1. Studiengang
      2. Studienvoraussetzungen
      3. Gliederung des Studiums
      4. Schwerpunkte der Lehre
      5. Berufsfelder
    2. Magisterstudiengang Allgemeine Sprachwissenschaft und Nebenfächer (ASN)
      1. Studiengang
      2. Gliederung des Studiums
      3. Anfängerkurse
      4. Lehrangebot im Hauptstudium
      5. Auslandsstudium
      6. Berufsfelder
    3. Promotionsstudiengang Integriertes Linguistikstudium (ILS)
      1. Studiengang
      2. Studienvoraussetzungen
      3. Studienprogramm
      4. Schwerpunkte
      5. Liste der geförderten StudentInnen des Graduiertenkollegs; mit Dissertationsthema

  3. Vorstellung von Lehrenden und Fachschaft
    1. Lehrende
      Steve Abney (SfS), Thomas L. Cornell (SfS), Hans Bernhard Drubig (Anglistische Linguistik), Caroline Féry (SfS), Dale Gerdemann (SfS), Fritz Hamm (SfS), Erhard Hinrichs (SfS), Tilman Höhle (Deutsches Seminar), Paul John King (SfS), Uwe Mönnich (SfS; Seminar für englische Philologie), Marga Reis (Deutsches Seminar), Arnim von Stechow (SfS), Wolfgang Sternefeld (SfS)

    2. Fachschaft

  4. Forschungsprojekte am SfS
    1. SFB 340: Sprachtheoretische Grundlagen für die Computerlinguistik
      1. A3: Extraktion und Projektion im Deutschen
      2. A4: Syntaktische und Semantische Aspekte einer Argument-strukturell basierten Fokustheorie
      3. A7: Syntaktische und Semantische Aspekte der Rekonstruktion
      4. A8: Syntaktische Domänen für die Grammatiktheorie und die maschinelle Verarbeitung natürlicher Sprache
      5. B4: From Constraints to Rules: Efficient Compilation of HPSG Grammars
      6. B7: Partial Parsing and the Acquisition of Lexical Syntax and Semantics
      7. B8: Ein HPSG-Syntaxfragment für das Deutsche
    2. Dyana-Projekt der Europäischen Union: Dynamische Semantik natürlicher Sprachen
    3. Compass-Projekt der EU: Ein intelligentes Wörterbuch-Nachschlagesystem
    4. Elwis-Projekt: Korpusunterstützte Entwicklung lexikalischer Wissensbasen
    5. DFG-Projekt: Theorie der Ellipse
    6. Forschungsprojekt Verbmobil des Bundesministeriums für Forschung und Technik: Transferregeln

  5. Das Lehrangebot
    1. Das reguläre Lehrangebot am SfS
      1. Veranstaltungen des SfS im SS 1994
      2. Veranstaltungen des SfS im WS 1994/95
      3. Veranstaltungen des SfS im SS 1995
      4. Veranstaltungen des SfS im WS 1995/96
    2. Gastwissenschaftler

  6. Was ist Linguistik? - Ein Teach-In
  7. Was ist Computerlinguistik?
    1. Einführung
    2. Computerlinguistische Forschung
      1. Praktische Computerlinguistik
      2. Theoretische Computerlinguistik
      3. Anwendungsgebiete
    3. Computerlinguistische Ausbildung in Tübingen

  8. Arbeitspapiere des SfS
  9. Weitere Informationen & Adressen


  1. Überblick
  2. Die Allgemeine Sprachwissenschaft (Linguistik) hat in den letzten dreißig Jahren eine stürmische Entwicklung erfahren; sie hat sich in dieser Zeit als eigenständige, zukunftsorientierte wissenschaftliche Disziplin fest etabliert. Dem steht jedoch gegenüber, daß es bisher in Deutschland nur an ganz wenigen Universitäten möglich ist, allgemeine Sprachwissenschaft außerhalb der Einzelphilologien zu studieren - und dies, obwohl die moderne Linguistik ebenso viele Bezugspunkte zu Informatik, Philosophie, Psychologie und Mathematik hat wie zu den philologischen Fächern. Mit der Gründung des Seminars für Sprachwissenschaft (SfS) an der Universität Tübingen im Jahr 1992 ist beabsichtigt worden, die Eigenständigkeit des Fachs auch institutionell zu verankern und damit für Studierende die Möglichkeit zu schaffen, moderne Linguistik als Haupt- und Nebenfach zu studieren und hierin Abschlüsse zu erwerben.

    Konkret werden die folgenden drei Studiengänge angeboten:

    1. Magisterstudiengang Allgemeine Sprachwissenschaft (AS)
    2. Magisterstudiengang Allgemeine Sprachwissenschaft und Nebenfächer (ASN)
    3. Promotionsstudiengang Integriertes Linguistikstudium (ILS)
    Diese Studiengänge sind im folgenden in Abschnitt 2 ausführlicher dargestellt.

    Das Lehrangebot in der Allgemeinen Sprachwissenschaft wird hauptsächlich getragen von den ProfessorInnen und MitarbeiterInnen am SfS. Das SfS ist in drei Abteilungen aufgegliedert, nämlich in die Sektion Allgemeine und Theoretische Sprachwissenschaft (Lehrstuhl Prof. Arnim von Stechow), die Sektion Allgemeine Sprachwissenschaft/Computerlinguistik (Lehrstuhl Prof. Erhard Hinrichs) und die Sektion Theoretische Computerlinguistik (mit einer Professur, die kurz vor der Besetzung steht). Außerdem tragen SprachwissenschaftlerInnen aus den Einzelphilologien (insbesondere aus der Anglistik und der Germanistik) systematisch zum Lehrangebot in der Allgemeinen Sprachwissenschaft bei. Die Lehrenden aus dem SfS und den Einzelphilologien stellen sich in Abschnitt 3 vor.

    Am SfS sind darüber hinaus noch verschiedene Forschungsprojekte angesiedelt, wie der Sonderforschungsbereich SFB 340 ( Sprachtheoretische Grundlagen für die Computerlinguistik), Verbmobil, Compass und Dyana (ein Überblick hierüber findet sich in Abschnitt 4). Auch die in diesen Projekten beschäftigten LinguistInnen bieten häufig Lehrveranstaltungen an. Eine Übersicht über die typische Struktur des Lehrangebots am SfS wird in Abschnitt 5 gegeben.

    Die Lehrtätigkeit (wie auch die Forschungstätigkeit) am SfS ist in erster Linie an der Grammatik orientiert, und zwar an empirischen und theoretischen ebenso wie an anwendungsbezogenen (computerlinguistischen) Themen. Wer einen raschen Eindruck davon bekommen möchte, was bei der Lehre der Allgemeinen Sprachwissenschaft und der Computerlinguistik am SfS im Mittelpunkt steht, findet in den Abschnitten 6 und 7 entsprechende ,,Teach-Ins'' (von Arnim von Stechow und Wolfgang Sternefeld zur Allgemeinen Sprachwissenschaft, und von Erhard Hinrichs und Uwe Mönnich zur Computerlinguistik).

    Das SfS unterhält eine eigene Reihe mit Arbeitsberichten der hier beschäftigten WissenschaftlerInnen. Eine komplette Liste der bisher in dieser Reihe erschienenen Papiere ist in Abschnitt 8.

    Abschnitt 9 schließlich enthält die wichtigsten Adressen, an die Studierende sich für weitere Informationen wenden können.


  3. Allgemeine Sprachwissenschaft: Die Studiengänge
  4. Der Gegenstand der Sprachwissenschaft ist die menschliche Sprache in all ihren Erscheinungsformen. In den letzten Jahrzehnten hat sich als Schwerpunkt der Allgemeinen Sprachwissenschaft die Erforschung der Sprachfähigkeit des Menschen herauskristallisiert. Sie wird Universalgrammatik genannt. Dabei handelt es sich um das kognitiv verankerte System von Prinzipien, welches jeder aktuellen Sprachverwendung zugrunde liegt. Die Allgemeine Sprachwissenschaft versucht nun, diese Fähigkeit unter theoretischen wie praktischen Gesichtspunkten zu beschreiben und zu erklären.

    Wie bereits erwähnt, kann das Fach ,,Allgemeine Sprachwissenschaft'' in Tübingen in Verbindung mit drei Studiengängen studiert werden, zwei Magisterstudiengängen und einem Promotionsstudiengang. Diese drei Studiengänge sind hier nochmals aufgelistet.

    1. Magisterstudiengang Allgemeine Sprachwissenschaft (AS)
    2. Magisterstudiengang Allgemeine Sprachwissenschaft und Nebenfächer (ASN)
    3. Promotionsstudiengang Integriertes Linguistikstudium (ILS)
    Für den Magisterstudiengang ,,Allgemeine Sprachwissenschaft'' bildet die Theorie der Universalgrammatik das Zentrum; im Magisterstudiengang ,,Allgemeine Sprachwissenschaft und Nebenfächer'' steht die Computerlinguistik im Vordergrund der Betrachtung. Diese Differenzierung erfolgt im wesentlichen im zweiten Studienabschnitt; im Grundstudium bilden die verschiedenen Modelle der Sprachkompetenz und ihre Formalisierungen die gemeinsame Basis beider Studiengänge. Der Promotionsstudiengang ,,Integriertes Linguistikstudium'' schließlich baut in weiterführenden Veranstaltungen (Oberseminare, Kolloquien etc.) auf dem Erreichtem auf und ist stark an der Forschung orientiert. Aufgrund seiner interdisziplinären Ausrichtung bestehen hier die Möglichkeiten zur Promotion nicht nur in den zentralen Bereichen der Grammatiktheorie und Computerlinguistik, sondern auch in ,,Schnittstellenbereichen'' wie der Logik und der Sprachphilosophie.

    Im folgenden werden die drei Studiengänge nacheinander vorgestellt.

    2.1. Magisterstudiengang Allgemeine Sprachwissenschaft (AS)

    2.1.1. Studiengang

    Das Fach Allgemeine Sprachwissenschaft kann als Magisterstudiengang im Haupt- und im Nebenfach studiert werden. Nach Abschluß des Magisterexamens ist die Promotion zum Dr. phil. möglich (s.u., Abschnitt 2.3). Über diese Studienabschlüsse informieren die entsprechenden Prüfungsordnungen und Studienpläne der Neuphilologischen Fakultät.

    2.1.2. Studienvoraussetzungen

    Voraussetzung für das Studium im Fach Allgemeine Sprachwissenschaft sind Kenntnisse in Englisch und einer weiteren Fremdsprache. Im Hauptfachstudium wird ferner die Beschäftigung mit einer dritten Fremdsprache erwartet. Dies ist entweder eine klassische Sprache, z.B. Latein (kleines Latinum), Griechisch (kleines Graecum), Sanskrit etc., oder eine Fremdsprache, die nicht eng mit einer germanischen oder romanischen Sprache (d.h., einer Tochtersprache des Lateinischen) verwandt ist. Der Nachweis kann entweder durch das Abiturzeugnis oder durch zwei in der entsprechenden Einzelphilologie erworbene Seminarscheine erbracht werden.

    2.1.3. Gliederung des Studiums

    Das Grundstudium umfaßt die ersten vier Semester und wird mit einer Zwischenprüfung abgeschlossen. Zu belegen sind (im Hauptfach): Einführungen in die Allgemeine Sprachwissenschaft, die Phonologie, die Syntax, die Semantik und die formalen Methoden der Sprachwissenschaft. Das Hauptstudium umfaßt fünf Semester, in denen die Fähigkeit erworben werden soll, Probleme der grammatischen Beschreibung und die Güte von Theorien zu erkennen. Ferner wird die Beschäftigung mit formalen Darstellungen von Grammatikproblemen vertieft.

    2.1.4. Schwerpunkte der Lehre

    Die Inhalte des Studiums ergeben sich schwerpunktmäßig aus der genannten Beschäftigung mit Grammatik als Kernbereich der theoretischen Linguistik. Diese besteht aus den folgenden Teildisziplinen:

    1. Phonetik. Diese Wissenschaft erforscht die physikalischen Gesetzmäßigkeiten, die der Lautproduktion und -wahrnehmung zugrundeliegen. Die artikulatorische Phonetik untersucht die physiologischen Vorgänge, die beim Sprechen ablaufen. Die akustische Phonetik untersucht das Signal, also die physikalische Substanz, welche hinter den Lauten steht.

    2. Die Phonologie ist die Grammatik der Lautstruktur. Sie umfaßt eine allgemeine Theorie der distinktiven Merkmale und ihrer Repräsentation, erfaßt das universale Lautinventar, die möglichen phonetischen Prozesse, sowie die verschiedenen hierarchischen Komponenten - Moren, Silben, Füße und höhere prosodische Einheiten. Die Schnittstelle zur Phonetik bildet eine allgemeine Theorie der Interpretation der Lautstruktur durch die akustische/physikalische Substanz.

    3. Morphologie und Syntax. Die Morphologie untersucht die Gesetzmäßigkeiten des Aufbaus von Wörtern und Wortformen. Ferner behandelt sie Theorien über konkatenative und nicht-konkatenative morphologische Prozesse. Die Syntax untersucht die Struktur von größeren Einheiten (Phrasen). Morphologische und syntaktische Struktur bilden den Input für die phonologischen Interpretationregeln, die einen Ausdruck lautlich interpretieren. Ferner sind sie die Eingabeinformation für den Aufbau von logischen Formen, auf denen die semantischen Interpretationsregeln operieren.

    4. Die Semantik ist die Lehre von der Bedeutung sprachlicher Äußerungen und der Herleitung dieser Bedeutung aus den Bestandteilen der Äußerung und ihrer morphologischen und syntaktischen Struktur. Diese Wissenschaft arbeitet ausgiebig mit Methoden der mathematischen und philosophischen Logik.

    5. Die Pragmatik beschäftigt sich mit der situationsangemessenen Verwendung von sprachlichen Äußerungen beim sprachlichen Handeln. In dieser Teildisziplin fließen sämtliche Begriffsbildungen der systematischen Linguistik zusammen, weshalb ernsthafte pragmatische Theorien von großer Komplexität sein müssen; sie sind gegenwärtig erst ansatzweise vorhanden.

    2.1.5. Berufsfelder

    Es gibt kein einheitliches Berufsbild für Linguisten. Abgesehen von einer Beschäftigung in Forschungsprojekten der Universität oder in Forschungsinstituten (z.B. solchen der Max-Planck-Gesellschaft) bildet die Theoretische Linguistik auch den Hintergrund für fast alle Bereiche, in denen die Struktur von Sprache eine Rolle spielt. Aufgrund der vielfältigen Einsatzes von natürlicher Sprache, z.B. in den elektronischen Medien, sind diese Bereiche jedoch entsprechend heterogen, von der Industrieforschung bis hin zum Publikationswesen. Neben einer Beschäftigung in den Bereichen Sprachtherapie und Pädagogik bildet die Allgemeine Sprachwissenschaft ein theoretisches Hilfsmittel für jede intensive Beschäftigung mit Einzelsprachen, wodurch z.B. das Studium der Einzelphilologien oder die Übersetzungswissenschaften auf eine universalgrammatische Grundlage gestellt werden kann.

    2.2. Magisterstudiengang Allgemeine Sprachwissenschaft und Nebenfächer (ASN)

    2.2.1. Studiengang

    An der Universität Tübingen besteht die Möglichkeit, Allgemeine Sprachwissenschaft innerhalb eines integrierten Studienganges als Hauptfach zu studieren. Hinzu kommen zwei obligatorische Nebenfächer, und zwar:

    1. Psychologie (mit Schwerpunkt kognitive Psychologie) und
    2. Informatik
    Es ist geplant, den Studiengang durch die Nebenfachoptionen

    1. Mathematik (mit Schwerpunkt mathematische Logik) und
    2. Philosophie (mit Schwerpunkt Sprachphilosophie und philosophische Logik)
    zu erweitern. Der Studiengang wird mit der Magisterprüfung abgeschlossen. Nach Abschluß des Magisterexamens ist die Promotion zum Dr. phil. möglich (s.u., Abschnitt 2.3). Im Hauptfach umfaßt der Studiengang im Grundstudium obligatorische Einführungen in alle Kerngebiete der Linguistik (Syntax, Semantik, Phonologie) sowie eine Einführung in formale Methoden der Sprachwissenschaft. Im Hauptstudium besteht die Möglichkeit der Schwerpunktbildung in den Bereichen Computerlinguistik, Grammatiktheorie (Syntax, Semantik, Phonologie) und mathematische Logik.

    2.2.2. Gliederung des Studiums

    Das Grundstudium dauert in der Regel vier Semester und endet mit der Zwischenprüfung. Das Haupstudium umfaßt fünf Semester plus ein bis zwei Semester im Ausland.

    2.2.3. Anfängerkurse

    Es finden regelmäßig Grundkurse zu den Kerngebieten der Sprachwissenschaft sowie zu den wichtigsten für die Computerlinguistik relevanten Programmiersprachen statt. Nach dem dritten Semester ist ein 2-3 monatiges Praktikum bei einem Verlag, einer Softwarefirma, einem Fachinformationsdienst o. ä. erwünscht.

    2.2.4. Lehrangebot im Hauptstudium

    Es finden regelmäßig Hauptseminare zu den Kerngebieten der Computerlinguistik, der Grammatiktheorie (Syntax, Semantik und Phonologie) und der mathematischen Linguistik statt.

    2.2.5. Auslandsstudium

    Zu Beginn des Hauptstudiums ist ein ein- bis zweisemestriger Aufenthalt an einer europäischen oder amerikanischen Hochschule vorgesehen.

    2.2.6. Berufsfelder

    Als mögliche Berufsfelder sind für Absolventen dieser Studiengänge denkbar:

    1. Informationsverarbeitung und Dokumentation
    2. Natürlichsprachliche Schnittstellen zu Datenbanken
    3. Computergestützte Lexikographie
    4. Softwareentwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz
    5. Pädagogik: Computergestützter Unterricht
    6. Sprachtherapie

    2.3. Promotionsstudiengang Integriertes Linguistikstudium (ILS)

    2.3.1. Studiengang

    Im Unterschied zu den meisten anderen Universitäten im deutschsprachigen Raum bietet die Eberhard-Karls-Universität Tübingen einen Promotionsstudiengang in Allgemeiner Sprachwissenschaft und Computerlinguistik (einschließlich benachbarter Gebiete in Philosophie und Informatik) an, das sog. Integrierte Linguistikstudium (ILS). Konzeptuell orientiert sich der seit dem 1. April 1991 existierende ILS-Studiengang vor allem an den Graduate Studies-Progammen von Forschungszentren im kognitionswissenschaftlichen Bereich in den USA und England. Die Vorteile eines solchen Studiengangs liegen auf der Hand; insbesondere sind hier zu nennen der Besuch von weiterführenden und z.T. extra für Promovierende bestimmten Lehrveranstaltungen, die regelmäßige und intensive Betreuung durch die Lehrenden, die ständige Auseinandersetzung mit der Arbeit der anderen Promovierenden, sowie nicht zuletzt die thematische wie organisatorische Verankerung des Studiengangs im SfS und den hier ansässigen Forschungsprojekten.

    Ein wesentliches Merkmal des ILS-Studiengangs ist es, daß die Promovierenden durch eine vertiefende und intensivierende Einführung in das Fach Linguistik in Verbindung mit Informatik, Psychologie und Logik ein Verständnis für die interdisziplinäre Verflechtung der modernen Sprachwissenschaft und Computerlinguistik entwickeln sollen, das sie rasch zu selbständigem wissenschaftlichen Arbeiten auf diesen Gebieten befähigt. Besonderer Wert wird hierbei auf die Vermittlung moderner Methoden und Forschungsansätze gelegt.

    Für den Studiengang ILS ist - ebenfalls nach anglo-amerikanischem Muster - vom SfS ein Graduiertenkolleg eingerichtet worden. Die Mitglieder des Graduiertenkollegs erhalten ein Promotionsstipendium mit einer Laufzeit von 2-3 Jahren (d.h., 2 Jahren plus einem Jahr Verlängerung); in dieser Zeit kann der Studiengang ILS bewältigt und mit einer Promotion abgeschlossen werden. Zur Zeit werden 12 PromotionsstudentInnen im Rahmen des Graduiertenkollegs gefördert; ab 1995 werden voraussichtlich für 15-18 StudentInnen Promotionsstipendien zur Verfügung stehen.

    Die organisatorische Verantwortung für den Studiengang ILS hat das SfS; Sprecher ist zur Zeit Prof. von Stechow.

    2.3.2. Studienvoraussetzungen

    Der Studiengang ILS ist in erster Linie gedacht für StudentInnen, die einen M.A.- oder Diplom-Abschluß in Allgemeiner Sprachwissenschaft, in einer Einzelphilologie, in Philosophie oder in Informatik erworben haben; dasselbe gilt für die Aufnahme in das Graduiertenkolleg, d.h., für die Förderung durch ein Promotionsstipendium. Von externen Bewerbern sind dabei Vorkenntnisse nachzuweisen, die den Prüfungsleistungen der oben beschriebenen Magisterstudiengänge AS und ASN der Eberhard-Karls-Universität Tübingen gleichwertig sind. Promotionen erfolgen im übrigen auf der Grundlage der vorhandenen Promotionsordnung der Neuphilologischen Fakultät.

    Die Plätze im Graduiertenkolleg werden öffentlich für Promovierende ausgeschrieben, die an sprachtheoretischen und/oder computerlinguistischen Fragestellungen arbeiten, und aufgrund der eingereichten Bewerbungsunterlagen, eventuell ergänzt durch Vorstellungsgespräche, nach folgenden Kriterien vergeben:

    1. bisherige Studienleistungen bis zum ersten Studienabschluß
    2. wissenschaftliche Bedeutung der geplanten Dissertation, vor allem auch im Hinblick auf die gewünschte interdisziplinäre Zusammenarbeit und wissenschaftliche Zielrichtung des SfS, der assoziierten Forschungsprojekte, sowie des Graduiertenkollegs.
    3. Motivation, sich an den Veranstaltungen des Graduiertenkollegs aktiv zu beteiligen.

    2.3.3. Studienprogramm

    In Absprache mit den Promovierenden bzw. den Mitgliedern des Graduiertenkollegs bieten die am Studiengang ILS beteiligten Lehrenden ein Lehrprogramm an, das aus folgenden Veranstaltungstypen besteht:

    1. Basisseminare, die den aktuellen Forschungsstand eines Teilgebietes vorstellen
    2. Blockpraktika, die vornehmlich zur Vermittlung methodischer Fähigkeiten dienen (z.B. Programmiersprachenkurse, mathematische Methoden der Linguistik, Methoden der akustischen Phonetik)
    3. Grundvorlesungen (z.B. Vergleich moderner Syntaxtheorien)
    4. Spezialseminare zu einem spezifischem Thema der aktuellen Forschung
    5. Doktorandenkolloquien zur Diskussion der wissenschaftlichen Arbeit der Promovierenden
    6. Das Kolloquium des Graduiertenkollegs
    7. Die Kolloquien des SFB
    Mitglieder des Graduiertenkollegs verpflichten sich, sich an den Veranstaltungen des Kollegs in angemessener Weise zu beteiligen und jedes Semester einen Arbeitsbericht vorzulegen. Nach einem Jahr Zugehörigkeit zum Kolleg wird im allgemeinen die Aufnahmeentscheidung nochmals überprüft.

    2.3.4. Schwerpunkte

    Schwerpunkte des Promotionsstudiengangs ILS und damit einhergehend auch mögliche Dissertationsthemen liegen im wesentlichen in den zentralen Forschungsgebieten der Teilbereiche Allgemeine und Theoretische Sprachwissenschaft und Allgemeine Sprachwissenschaft/Computerlinguistik des SfS, sowie der am SfS ansässigen Forschungsprojekte (SFB, Verbmobil etc.; s.u.). Insbesondere sind zu nennen:

    1. Untersuchungen zur Syntax
    2. Untersuchungen zur Semantik
    3. Untersuchungen zur Schnittstelle von Syntax und Semantik
    4. Untersuchungen zur Schnittstelle von Semantik und Logik bzw. Wissensrepräsentation
    5. Untersuchungen zu den Grundlagen verschiedener Formalismen in der formalen Syntax und Semantik und deren Implementierung

    2.3.5. Liste der geförderten StudentInnen des Graduiertenkollegs; mit Dissertationsthema

    Dem Kolleg gehören derzeit zwölf DoktorandInnen und eine Postdoktorandin, Jeannette Chur, an, die alle mit einem Promotionsstipendium gefördert werden. Im folgenden sind die seit 1992 im Rahmen des Graduiertenkollegs geförderten Dissertationen aufgelistet.


  5. Vorstellung von Lehrenden und Fachschaft
  6. In diesem Abschnitt stellen sich zunächst die Lehrenden aus dem SfS und den Einzelphilologien vor (3.1). Dann folgt ein kurzer Text der Fachschaft, also der Organisation der Studierenden in den beiden Magisterstudiengängen AS und ASN (3.2).

    3.1. Lehrende

    Steve Abney (SfS)

    Ich habe Linguistik und Altphilologie an der Indiana University studiert (B.A., 1983). Ich habe mich damals vorwiegend mit der vergleichenden Mythologie beschäftigt (Abschlußarbeit: `The Dying God'), und in der Freizeit Computer programmiert. Nach IU bin ich ans MIT gegangen, wo ich 1987 promoviert habe. Meine Doktorarbeit hieß ,,The English Noun Phrase in Its Sentential Aspect''; darin postulierte ich die ,,DP-Analyse''. 1987-1993 arbeitete ich bei Bellcore, dem Forschungslabor der ,,Baby Bells'', wo ich mich auf Computerlinguistik konzentrierte, vor allem auf das Parsing von uneingeschränktem Text und statistische Sprachverarbeitungsmethoden. Seit dem Sommer 1993 bin ich in Tübingen.

    Ich interessiere mich für Phrasenstruktur: ihre Natur, wie man sie verarbeitet, und wie man sie erlernt. Etwas spezifischer beschäftigen mich die folgenden Themen. Der Unterschied zwischen grammatischen/funktionalen Wortarten und lexikalischen/thematischen Wortarten. Die Beziehung zwischen funktionalen Wörtern und Affixen (Morphologie). Syntaktische ,,Wörter'' (,,Chunks''), die durch die Kombination eines funktionalen und eines thematischen Wortes entstehen (Prosodie). Die Beziehung zwischen Projektion und Lokalität im allgemein. Übersetzungsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Repräsentationen der Phrasenstruktur (z.B. GB, Merkmalstrukturen, Dependenzgrammatik). Statistische Methoden des Spracherwerbs und der Desambiguierung. Psycholinguistische Parsingmodelle, mit Schwerpunkt auf dem Verhältnis zwischen Speicherplatzbedarf und lokalen Ambiguitäten. 7/8 Rhytmen, Go, und Guinness Stout.

    Thomas L. Cornell (SfS)

    I received my Master's degree and Ph.D. in Linguistics at the University of California (Los Angeles). My master's thesis (1987) was on parsing the inflectional morphology of Icelandic using finite-state transducers. My Ph.D. thesis was on syntactic parsing, mainly an exploration of the formal foundations of Chomsky's `Government-Binding' (GB) theory, with some applications to neurolinguistics. After UCLA, I spent 3 years as a post-doctoral fellow in the Cognitive Science Program at the University of Arizona, where I continued to work on the topics of my dissertation, with a particular focus on the computational modeling of cognitive processes, particularly the retrieval of information about lexical forms from the mental lexicon, and modeling the effects of certain types of brain-damage on the comprehension of sentences.

    I came to Tübingen in the spring of 1995, to continue research on logical and mathematical foundations of GB theory as part of an ongoing project here. My main interests are in `principle-based' and `constraint-based' parsing. They chiefly revolve around the use of partial descriptions of syntactic structures in representing grammatical knowledge and in assembling syntactic analyses of sentences `on-line'. In addition I teach the introduction to logic programming in the Prolog programming language and the introduction to computer science for students of linguistics.

    Hans Bernhard Drubig (Anglistische Linguistik)

    Ich habe ab 1961 in Erlangen, Dublin und Kiel Anglistik, Germanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft studiert, 1970 in Stuttgart promoviert (Englische Sprachwissenschaft). Lehrtätigkeiten: 1967-68 City University of New York, 1968-69 Kiel, 1969-70 Stuttgart, 1970-71 Université Laval, Québec, 1971-74 City University of New York, seit 1974 Tübingen. Meine Interessen: Grammatiktheorie; Struktur des Englischen; sprachvergleichend besonders auch: Theorie der Informationsstruktur (in universalgrammatischer Perspektive).

    Caroline Féry (SfS)

    Mein Hauptinteresse liegt in der theoretischen und experimentellen Phonologie, Phonetik und Intonationsforschung, wobei ich mich langfristig um ein besseres Verständnis des Zusammenhangs zwischen prosodischer Struktur, metrischer Struktur, segmentaler Phonologie und Intonation vor allem des Deutschen bemühe. Diese Forschungen haben mit meiner Dissertation (1989, in Konstanz) angefangen, in der ich die Intonation des Deutschen untersucht habe, und zwar sowohl in ihren formalen wie auch in ihren funktionalen Aspekten. Meine jetzige Forschung konzentriert sich auf die lexikalische prosodische Struktur. Ich habe mich also von den größeren auf die kleineren Strukturen verlagert.

    Mein ursprünglicher Hintergrund ist Germanistik, Anglistik und Neurolinguistik. In meiner Heimatstadt Brüssel war ich einige Jahre Neurolinguistin, bevor ich 1982 nach Deutschland kam, um theoretische Linguistik zu studieren, zu heiraten, Mutter zu werden, zu promovieren, zu lernen und zu lehren.

    Dale Gerdemann (SfS)

    Ich arbeite größtenteils im Bereich der Computerlinguistik. Das heißt, ich habe Programme und Algorithmen entwickelt, um mit linguistischen Theorien zu arbeiten (meistens in den Computersprachen Prolog und Lisp). 1991 habe ich an der University of Illinois in den USA promoviert. In meiner Doktorarbeit geht es um natürlich-sprachliches Parsing und Generieren mit Unifikations-basierten Grammatiken. Das ,,Unicorn''-System, das ich dort entwickelt habe, wurde in einem Projekt der Motorola Corporation dazu benutzt, Navigationsinstruktionen zu generieren.

    In letzter Zeit habe ich mit Thilo Götz einen neuen Parser/Generator entwickelt, das ,,Troll''-System. Troll benutzt getypte Merkmalstrukturen wie in der Head-Driven Phrase Structure Grammar (HPSG) von Carl Pollard und Ivan Sag. In neueren Publikationen (mit Paul John King) habe ich zu zeigen versucht, daß die Typen in Troll reich genug sind, um sogenannte feature cooccurence restrictions, wie sie in der Generalized Phrase Structure Grammar (GPSG) verwendet werden, auszudrücken. Dies stellt einen signifikanten Fortschritt gegenüber vorherigen Systemen für getypte Merkmalstrukturen dar. Neben meinen Schwerpunkten Parsing und Generierung interessiere ich mich aber auch für primär linguistisch orientierte Themen, wie z.B. die Skopusinteraktionen von Quantoren oder die Rolle der Morphologie in HPSG. Weitere Forschunginteressen sind Kategorialgrammatik und Vererbung in computerlinguistischen Ansätzen zum Lexikon.

    Fritz Hamm (SfS)

    Ich habe Germanistik, Anglistik, Philosophie und Mathematik in Tübingen, London und Oxford studiert. Von 1984 bis 89 arbeitete ich als wiss. Angestellter am Institut für deutsche Sprache und Literatur II der Universität Frankfurt. Von 1989 bis Dezember 1992 war ich Angestellter am Institut für maschinelle Sprachverarbeitung der Universität Stuttgart im Rahmen des Sonderforschungsbereiches ,,Sprachtheoretische Grundlagen der Computerlinguistik''. Seither bin ich Assistent am Lehrstuhl von Prof. von Stechow. Meine Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Semantik natürlicher Sprachen und der Sprachphilosophie. Gegenstand meiner Dissertation war die Theorie verallgemeinerter Quantoren. Zur Zeit beschäftige ich mich allerdings überwiegend mit der Semantik von Nominalisierungen und adverbialen Modifikationen und meinen beiden Kindern.

    Erhard Hinrichs (SfS)

    Ich wurde 1954 geboren; an den Universitäten von Tübingen und Marburg sowie an der Cornell University in den USA habe ich Anglistik, Linguistik und Evangelische Theologie studiert. Nach meiner Tübinger Magisterarbeit über Aspekt- und Temporalsemantik habe ich an der Ohio State University 1985 meine Dissertation eingereicht und dadurch den Grad des Ph.D. erworben. Danach arbeitete ich bei den BBN Laboratories bis 1987 im Bereich der Computerlinguistik. Von 1987 bis 1990 war ich Assistant Professor an der University of Illinois, und seit 1991 habe ich den Lehrstuhl für Allgemeine Sprachwissenschaft und Computerlinguistik am neugegründeten Seminar für Sprachwissenschaft der Universität Tübingen inne. Meine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Computerlinguistik, der formalen Syntax (insbesondere: HPSG) und der formalen Semantik.

    Tilman Höhle (Deutsches Seminar)

    Studium der Allgemeinen Sprachwissenschaft und der Indogermanistik in Göttingen und Köln. Lehrtätigkeit in Köln 1972-1984; seit 1984 in Tübingen.

    Interessenschwerpunkte: Allgemeine Grammatiktheorie (besonders: Syntax) und Grammatik (besonders: Syntax) des Deutschen. Das Lehrangebot erstreckt sich entsprechend auf diese Bereiche.

    Paul John King (SfS)

    I graduated with a baccalaureate in mathematics from the University of London in 1986, and won a doctorate in mathematical logic from the University of Manchester in 1989. I then spent two years as a postdoctoral fellow at the Center for the Study of Language and Information at Stanford University before joining the Seminar für Sprachwissenschaft, first as a researcher on SFB 340 Teilprojekt B4, and currently as a lecturer.

    My earliest postgraduate research concerned the application of non-well-founded sets to the modelling of self-referential expressions, in particular the liar paradox ,,this sentence is false''. However, I became interested in the mathematical formalisms that underlie unification grammars, particularly HPSG, and my doctoral thesis was on this topic. I have since developed this interest further. Firstly, in work with my colleagues on Teilprojekt B4, I became involved in the computational implementation of such formalisms. In particular, Dale Gerdemann and Thilo Götz used some of my work as the mathematical basis of their ,,Troll'' HPSG processing system. Secondly, in much discussion with Tilman Höhle, I have begun to address issues concerning the ontological status of the mathematical constructs that inhabit a HPSG formalism. Beyond HPSG, I have undertaken work with Kiril Simov of the Bulgarian Academy of Sciences in a number of fields concerning knowledge representation, in particular, the use of feature logics as computationally tractable knowledge representation languages, and the construction of efficient algorithms to automatically classify new knowledge.

    Uwe Mönnich (SfS; Seminar für englische Philologie)

    Nach dem Studium in Bonn, Bordeaux, Kiel und Münster wurde ich 1975 in Konstanz mit einer Arbeit über Grammatikhierarchien promoviert. Abgesehen von einer kurzen Tätigkeit bei dem damals letzten gesamtdeutschen wissenschaftlichen Projekt, der Schiller Nationalausgabe, bin ich seit 1975 am Seminar für Englische Philologie der hiesigen Universität beschäftigt gewesen. 1986 wurde ich mit einer Arbeit zur konstruktiven Semantik fur ein Fragment des Englischen habilitiert. Seit dem Sommersemester 1990 bin ich an das Seminar für Sprachwissenschaft zur Vertretung einer Professur ,,ausgeliehen''.

    Meine Schwerpunkte sind durch die Themen von Dissertation und Habilitationsschrift angedeutet: Formale Sprachtheorie und konstruktive Semantik. Durch Arbeiten zu den mathematischen Grundlagen der Eigenschaftstheorie, eines nicht-extensionalen typenfreien Systems, hat sich die Möglichkeit ergeben, beide Interessengebiete miteinander zu verbinden. Diese Verbindung bildet den Rahmen eines Vorhabens, in dem auf Grundlage der informationstheoretisch motivierten Bereichstheorie aktuelle Grammatikformalismen untersucht werden.

    Marga Reis (Deutsches Seminar)

    geb. 1941; 1960-1968 Studium, zunächst Mathematik und Physik, ab 1961 Deutsch, Latein, Sprachwissenschaft, Logik und Wissenschaftstheorie an der Universität München (1960-1963), am Bryn Mawr College (Graduate School), Bryn Mawr, Pa.U.S.A. (1963-1965, mit Zusatzstudien 1964 an der University of Pennsylvania und der Indiana University) und wieder an der Universität München (1965-1968). - M.A. 1965 in Lateinischer Philologie (Bryn Mawr College); Promotion 1970 in Deutscher Philologie (Universität München) mit einer Dissertation zu ,,Lauttheorie und Lautgeschichte. Untersuchungen am Beispiel der Dehnungs- und Kürzungsvorgänge im Deutschen'' (erschienen München 1974, aber heute unauffindbar).

    Berufslaufbahn: 1966-1975 wiss. Ass. am Institut für Deutsche Philologie, Universität München (1972-1975 beurlaubt); 1972/73 'Visiting Scientist' am Department of Linguistics, M.I.T., Cambridge, MA., U.S.A.; 1975 Habilitation an der Universität München (Venia: Deutsche Philologie, Habilschrift: 'Präsuppositionen und Syntax', erschienen Tübingen 1977). - 1975-1984 ord. Professur für Deutsche Sprachwissenschaft an der Universität zu Köln (WS 1979/80 und 1982/83 Gastprofessur an der Université de Paris VIII); seit 1984 ord. Professur für Deutsche Sprachwissenschaft an der Universität Tübingen, mit anteiligen Lehraufgaben in der Allgemeinen Sprachwissenschaft. Mitarbeit am SFB 340 ,,Sprachtheoretische Grundlagen für die Computerlinguistik'' und am Linguistischen Graduiertenkolleg Tübingen.

    Heutiges Hauptarbeitsgebiet: Grammatiktheorie und deskriptive Grammatik des Deutschen, insbes. in den Bereichen Syntax (Schwerpunkt: Satzstruktur und Extraktion, Interrogativsätze), Wortbildung (Schwerpunkt: Wortstruktur) und Pragmatik (Schwerpunkt: Grammatik/Pragmatik-Verhältnis, insbes. Herleitung illokutiver und informationsstruktureller Effekte).

    Arnim von Stechow (SfS)

    Ich bin im selben Jahr wie Marga Reis geboren. Studiert habe ich Allgemeine Sprachwissenschaft, Philosophie, Romanistik und mathematische Logik. Nach meiner Promotion im Jahr 1969 war ich als Assistent für Allgemeine Sprachwissenschaft, zuerst in Münster, dann in Konstanz tätig. Dort habilitierte ich 1972 und wurde anschließend auf eine Professur für Formale Linguistik berufen. 1992 nahm ich einen Ruf auf den Tübinger Lehrstuhl für Allgemeine Sprachwissenschaft an.

    Während meiner zwanzig Jahre dauernden Lehr- und Forschungstätigkeit in Konstanz habe ich versucht, das Fach Sprachwissenschaft so breit wie (mir) möglich abzudecken (Historische Sprachwissenschaft, Pragmatik, Konversationsanalyse, Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik und anderes). Am meisten hat mich aber stets die Grammatiktheorie interessiert und besonders das Verhältnis von Syntax und Semantik. Dieses Interesse schlägt sich sehr deutlich in meiner Publikationstätigkeit nieder. Neben einigen rein syntaktischen Publikationen (z.B. den zusammen mit Wolfgang Sternefeld verfaßten Bausteinen Syntaktischen Wissens) ist die Mehrzahl meiner Schriften in erster Linie semantischen Fragen gewidmet (z.B. der Komparativsemantik, Kompositionalitätsproblemen, Präsuppositionen, der Kontextabhängigkeit, propositionalen Einstellungen, fokussierenden Operatoren, der Fragesemantik, der Temporalsemantik, der lexikalischen Dekomposition).

    Ein Ziel, das mir für die kommenden Jahre vor Augen schwebt, ist die Mitarbeit an einer umfassenden Theorie der Logischen Form: Das ist eine syntaktische Repräsentation, welche die Bedeutung einer Äußerung vollständig festlegt - abgesehen von den kontextuellen Faktoren. Die Bearbeitung dieser Schnittstelle zwischen Syntax und Semantik verlangt gründliche Kenntnisse in beiden Bereichen der Theoriebildung. Da wir uns in Tübingen seit Jahren darum bemühen, eine gediegene Ausbildung in allen Kernbereichen der Grammatik zu vermitteln, bin ich recht zuversichtlich, daß gerade der linguistische Nachwuchs wichtige Beiträge zur Erforschung dieser für die Kognition zentralen Grammatikkomponente liefern wird.

    Wolfgang Sternefeld (SfS)

    Nach einem wenig erfolgversprechenden Versuch, an der TU Berlin Maschinenbau zu studieren, gelangte ich über einige Umwege zur Linguistik, die meine mathematischen und philosophischen Interessen zu vereinen schien. An FU und TU Berlin studierte ich u.a. Logik und Modelltheorie, welche seinerzeit in der sog. Montague-Grammatik eine faszinierende linguistische Anwendung fanden. In diesem Rahmen entstand meine Magisterarbeit über semantische Präsuppositionen, die ich 1977 an der Universität Düsseldorf einreichte.

    Eine rege Diskussion mit Arnim v. Stechow über dieses Thema führte mich dann nach Konstanz, wo ich die Grundlagen des Faches vertiefte. Im Rahmen eines Forschungsprojektes zur Semantik der Frage bekam ich den Eindruck, zuerst deren Syntax abklären zu müssen. So wurde denn die Syntax im allgemeinen und die Generative Syntax im besonderen zu meinem Hauptarbeitsgebiet.

    In meiner Promotion versuchte ich, größere Klarheit über die grundlegenden syntaktischen Strukturen des Deutschen zu gewinnen - ein Unterfangen, das im Prinzip immer noch nicht abgeschlossen ist. Nach Überbrückung eines sog. Lochs in der Biographie durch Konzerttätigkeit und Musikunterricht führte mich der Broterwerb Ende 1985 auf eine Hochschulassistentenstelle nach Frankfurt, wo es dank des dortigen Lehrstuhlinhabers zu einer geglückten Kooperation mit dem Suhrkamp Verlag kam, welch selbiger bis zum heutigen Tage Tantiemen zahlt. 1989 ging ich zurück nach Konstanz, wo ich 1992 habilitierte. Im gleichen Jahr wurde ich in Tübingen Akademischer Rat (und in München Vater). In Zukunft möchte ich hauptsächlich die Schnittstelle zwischen Syntax und Semantik untersuchen und schließe mich hierzu den Ausführungen meines Vorgängers in dieser Broschüre an.

    3.2. Fachschaft

    die studierenden des studiengangs asn vertreten ihre interessen in gestalt der fachschaft asn selbst. dazu treffen sie sich regelmäßig (z.b. wöchentlich) zu einer im konsens ausgemachten zeit. zur fachschaft asn gehören bis auf weiteres auch die übrigen studierenden mit hauptfach allgemeine sprachwissenschaft.

    in den fachschaftssitzungen können sich die studierenden erreichen, ohne dazu zu einer insiderclique gehören oder in tübingen wohnen zu müssen. dazu gehört:

    als fachschaft können die lehrenden die studierenden insgesamt ansprechen. jeden ersten montag im monat gibt es mit den lehrenden einen runden tisch, das forum asn.

    geregelt werden dort z.b.

    außerdem

    so kann sich die fachschaft deswegen organisieren, weil die studierenden so wenig sind, daß vollversammlungen (bei bedarf) realistisch möglich sind. die fachschaftssitzungen sind eher ein kommunikationsforum als ein entscheidungsgremium.

    gelegenheit zum austausch im gesamten deutschen sprachraum bietet die studentische tagung sprachwissenschaft (StuTS). diese wird seit sieben jahren von je einer fachschaft organisiert und hat bisher in hamburg, münchen, kiel, düsseldorf, konstanz, bonn, tübingen, graz, trier, wuppertal und osnabrück stattgefunden.

    die je viertägigen tagungen geben den studierenden sprachwissenschaftlicher fächer zeit und neue anregungen, über ihre studiensituation und die situation ihrer fächer zu diskutieren, ideen darüber auszutauschen und gemeinsame initiativen zu planen.

    insgesamt bietet die StuTS gelegenheit, die studienmöglichkeiten verschiedener unis zu vergleichen.


  7. Forschungsprojekte am SfS
  8. Am SfS sind einige Forschungsprojekte angesiedelt. Zuallererst zu nennen sind die Projekte des Sonderforschungsbereichs (SFB) 340, der in Stuttgart und Tübingen ansässig ist. Dazu kommen die Einzelprojekte Dyana, Compass, Elwis, Interpretation der Indizierung und nicht zuletzt das Teilprojekt Transferregeln des neuen Großforschungsprojekts des Bundesministeriums für Forschung und Technik, Verbmobil. Diese Projekte werden im folgenden aufgelistet.

    4.1. SFB 340: Sprachtheoretische Grundlagen für die Computerlinguistik

    Der Tübinger Teil des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten SFB 340 umfaßt zur Zeit sieben Projekte (A3, A4, A7, A8, B4, B7 und B8). (Die restlichen Projekte des SFB 340 sind in Stuttgart sowie bei der IBM in Heidelberg angesiedelt.) Hauptsächlich geht es in den SFB-Projekten in Tübingen um die Interaktion von Syntax und Semantik, sowie um deren theoretische Grundlagen und formale Implementierungen im Bereich der Computerlinguistik.

    4.1.1. A3: Extraktion und Projektion im Deutschen

    Leiterin: Marga Reis
    Mitarbeiter zur Zeit: Franz d'Avis, Steve Berman, Uli Lutz.

    4.1.2. A4: Syntaktische und Semantische Aspekte einer Argument-strukturell basierten Fokustheorie

    Leiter: Hans Bernhard Drubig
    MitarbeiterInnen zur Zeit: Edward Goebbel, Inga Kohlhoff, Cécile Meier, Susanne Winkler

    4.1.3. A7: Syntaktische und Semantische Aspekte der Rekonstruktion

    Leiter: Arnim von Stechow & Wolfgang Sternefeld
    MitarbeiterInnen zur Zeit: Sigrid Beck, Jung-Goo Kang, Gereon Müller, Claudia Nohl

    4.1.4. A8: Syntaktische Domänen für die Grammatiktheorie und die maschinelle Verarbeitung natürlicher Sprache

    Leiter: Uwe Mönnich
    Mitarbeiter zur Zeit: Hap Kolb, Frank Morawietz

    4.1.5. B4: From Constraints to Rules: Efficient Compilation of HPSG Grammars

    Leiter: Erhard Hinrichs & Dale Gerdemann
    MitarbeiterInnen zur Zeit: Thilo Götz, Detmar Meurers, Guido Minnen, Dieter Martini

    4.1.6. B7: Partial Parsing and the Acquisition of Lexical Syntax and Semantics

    Leiter: Steve Abney & Mats Rooth
    MitarbeiterInnen zur Zeit: Marc Light

    4.1.7. B8: Ein HPSG-Syntaxfragment für das Deutsche

    Leiter: Erhard Hinrichs
    MitarbeiterInnen zur Zeit: Detmar Meurers, Frank Richter, Manfred Sailer, Heike Winhart

    4.2. Dyana-Projekt der Europäischen Union: Dynamische Semantik natürlicher Sprachen

    Leiter: Erhard Hinrichs & Uwe Mönnich
    Mitarbeiterin zur Zeit: Regine Eckhardt

    4.3. Compass-Projekt der EU: Ein intelligentes Wörterbuch-Nachschlagesystem

    Leiter: Erhard Hinrichs
    MitarbeiterInnen zur Zeit: Elisabeth Breidt, Sabine Engelke, Christine Thielen

    4.4. Elwis-Projekt: Korpusunterstützte Entwicklung lexikalischer Wissensbasen

    Leiter: Erhard Hinrichs
    Mitarbeiter zur Zeit: N.N.

    4.5. DFG-Projekt: Theorie der Ellipse

    Leiter: Arnim von Stechow & Manfred Pinkal
    Mitarbeiter zur Zeit: Jean-Yves Lerner

    4.6. Forschungsprojekt Verbmobil des Bundesministeriums für Forschung und Technik: Transferregeln

    Leiter: Erhard Hinrichs
    MitarbeiterInnen zur Zeit: Miriam Butt, Marc Light, Sabine Reinhart


  9. Das Lehrangebot
  10. 5.1. Das reguläre Lehrangebot am SfS

    5.1.1. Veranstaltungen des SfS im SS 1994

    Proseminare:
    Einführung in die Phonologie (Féry)
    Einführung in die Semantik (Hamm/v. Stechow)
    Entwicklungen in der HPSG (Höhle)
    Neuere Beiträge zur Lernbarkeitsforschung (Höhle)
    Einführung in die Syntax (Sternefeld)
    Prolog-Einführung (Kolb)

    Pro-/Hauptseminare:
    Einführung in LISP (Abney)
    Optimalitätstheorie (Barkey & Féry)
    Semanik und Pragmatik der Negation (Hamm & Sternefeld)
    Thematische Rollen (Hinrichs, von Stechow & Dowty)
    Extraktion im Deutschen (Höhle)
    Kontextabhängigkeit und Kontextveränderung (von Stechow)

    Haupt- und Oberseminare:
    Computational Approaches to Inheritance in the Lexicon (Gerdemann)
    Mathematische Methoden (Mönnich)
    Algebraische Linguistik (Mönnich)
    Syntax des Koreanischen (Kim & Sternefeld)
    Neuere Arbeiten in der Computerlinguistik (Gerdemann & Hinrichs)
    Lektüre neuerer Arbeiten zur Syntax und Semantik (von Stechow & Sternefeld)
    Sprachwissenschaftliches Kolloquium (Hinrichs & von Stechow)
    Doktorandenkolloquium (Hinrichs)

    5.1.2. Veranstaltungen des SfS im WS 1994/95

    Vorlesungen:
    Syntaktische Beschreibung des Englischen (Drubig)

    Proseminare:
    Einführung in die Sprachwissenschaft (Féry, Hamm, Müller & Sternefeld)
    Einführung in die HPSG (Syntax I) (Höhle)
    Einführung in die Logik (Mönnich)
    Mathematik I für Geisteswissenschaftler (N.N.)
    Informatische Propädeutik (Einführung in PASCAL) (N.N.)

    Pro-/Hauptseminare:
    Syntax und Semantik von Nominalisierungen (Abney & Hamm)
    Introduction to Government and Binding (Drubig)
    Metrische Phonologie (Phonologie II) (Féry)
    Partielle Semantik (Hamm & Kupffer)
    HPSG-Analysen von Bewegungsphänomenen in germanischen Sprachen (Höhle)
    Theorie der Phonologie (Höhle)
    Syntaktische Primitive. Rekonstruktion einer generativen Grammatik (Kolb)
    Das Minimalistische Programm (Syntax II) (Müller & Sternefeld)
    Semantik für Fortgeschrittene (Sternefeld)

    Haupt- und Oberseminare:
    Rektionbindungstheorie und Sprachverarbeitung (Abney & Gerdemann)
    Small Clauses and Predication in English (Drubig)
    Semantische Theorien (Grundman, Pafel & Soldati)
    Einführung in die Computerlinguistik (Hinrichs)
    Übung zur Einführung in die Computerlinguistik (Gerdemann)
    Tempus und Aspekt (Hinrichs)
    Sprachphilosophie (Mönnich)
    Neuere Arbeiten zur Grammatiktheorie (Drubig)
    Arbeitsgruppe Informationsstruktur (Drubig)
    Sprachwissenschaftliches Kolloquium (Hinrichs)
    Semantik von Grammatikformalismen (Mönnich)
    Lektüre neuerer Arbeiten zur Syntax und Semantik (Sternefeld)
    Registrieren und Interpretieren von Sprachschall (Dogil)

    5.1.3. Veranstaltungen des SfS im SS 1995

    Proseminare:
    Einführung in die Semantik (von Stechow)
    Einführung in die Diskurs-Repräsentations-Theorie (Sternefeld)
    Einführung in die Phonologie (Féry)
    Prolog-Einführung (Cornell)

    Pro-/Hauptseminare:
    Fragesemantik (Sternefeld)
    Neurolinguistik (Féry, Hertrich & Scharf)
    From Unification to Constraint: An Evolving Formalism for HPSG (King)
    Wortstellung und Konstituentenstruktur in HPSG (mit besonderer Berücksichtigung des Deutschen) (Höhle)

    Hauptseminare:
    Mathematische Methoden (Mönnich)
    Boolsche Semantik (Hamm)
    Formale Theorien der Lernbarkeit (Sternefeld)
    Categorial Grammar (Gerdemann)
    Erstellung eines HPSG-Fragmentes des Deutschen (Hinrichs)
    Semantik von Tempus und Aspekt (Hinrichs)
    Computerlinguistik II (Abney)
    Wortstellung im Deutschen (Reis)
    Sprachnorm und Sprachwandel (am Beispiel der Flexion) (Reis)
    Functional vice versa Lexical Categories in English. Systematic and Historical Aspects (Drubig)

    Oberseminare:
    Bäume und Graphen (Mönnich)
    Neuere Entwicklungen in Syntax und Semantik (von Stechow & Sternefeld)
    Sprachwissenschaftliches Kolloquium (Hinrichs & von Stechow)
    Linguistisches Oberseminar (Drubig)

    Kompaktkurse:
    Heads and Alignment (Ito & Mester)
    The Structure of the Phonological Lexicon (Ito & Mester)

    5.1.4. Veranstaltungen des SfS im WS 1995/96

    Übungen:
    Übung zur Einführung in die Computerlinguistik: 2 st., n.V. (N.N.)
    Informatische Propädeutik (Einführung in die Struktur und Anwendung einer Programmiersprache): 4 st., n.V. (Cornell)

    Proseminare:
    HPSG für Fortgeschrittene: 3 st., Di 14-17 (Höhle)
    Introduction to Mathematical Logic: 4 st., Di, Fr 14-16 (King)

    Pro-/Hauptseminare:
    Phonologie II: 2 st., Mi 11-13 (Féry)
    Intonation des Deutschen: 2 st., Fr 9-11 (Féry)
    Einführung in die Sprachwissenschaft: 4 st., Di, Do 11-13 (Hamm)
    Experimentelle Phonetik: 1 st, n.V. (Hertrich)
    Erfüllungsbasierte Phonologie: 4 st., Di, Fr 11-13 (Höhle)
    Bindung im Deutschen und in verwandten Sprachen: 3 st., Do 14-17 (Höhle)
    Einführung in die Syntax: 4 st., Di, Do 9-11 (Sternefeld)

    Hauptseminare:
    Mathematische Modelle des Spracherwerbs: 4 st, Mi, Fr 9-11 (Abney)
    Logische Formen und Semantik des Plurals: 4 st., Di, Do 9-11 (Beck & von Stechow)
    Einführung in die Computerlinguistik: 4 st., Di, Do 13-15 (Gerdemann)
    Komplexitätsklassen von Bäumen: 4 st., Di, Do 16-18 (Mönnich)
    Syntax und Semantik von Tempus: 2 st., Do 11-13 (von Stechow)
    Mikrosyntax: Zur Generierung der Argumentstruktur im einfachen Satz: 3 st., Mi 11-14 (Müller & Sternefeld)
    Pragmatische Gretchenfragen: 2 st., Di 9-11 (Reis)

    Oberseminare:
    Neuere Arbeiten in der HPSG: 3 st., Do 14-17 (Hinrichs)
    Sprachwissenschaftliches Kolloquium: 2 st., Mo 16-18 (Hinrichs & von Stechow)
    Logic for Domains: 4 st., Fr 14-18 (Mönnich)
    Neuere Arbeiten zur Sprachwissenschaft: 3 st., Mo 13-16 (von Stechow & Sternefeld)

    5.2. Gastwissenschaftler

    Das Lehrangebot am SfS wird systematisch ergänzt durch Gastvorträge (die in der Regel am Mittwoch um 16 Uhr c.t. im Seminarraum des SfS stattfinden) und durch Gastdozenturen, also Vortragsreihen oder Seminare. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die WissenschaftlerInnen, die sich im Zeitraum 1992 - 1994 am SfS aufgehalten und Vorträge oder Seminare gehalten haben.

    1992
    Brigitte Bläser (IBM, Heidelberg); Christoph Bläsi (Universität Bielefeld); I.M. Boguslavskij (Akademie der Wissenschaften, Moskau); Max Cresswell (University of Wellington); Kosta Dosen (Mathematisches Institut, Belgrad); Roy Dyckhoff (University of St. Andrews); Jan van Eijck (CWI, Amsterdam); Elisabet Engdahl (Centre for Cognitive Science, Edinburgh); Lars-Henrik Eriksson (SICS, Stockholm); Catherine Fabricius-Hansen (Universität Oslo); Jonathan Ginzburg (Centre for Cognitive Science, Edinburgh); Fairouz Kamareddine (University of Glasgow); Heinz-Detlev Koch (Universität Heidelberg); Reinhard Kel Slawik (Freie Universität Berlin); Per Kreuger (SICS, Stockholm); Ruth Manor (San Jose University); Ralf Meyer (Universität Heidelberg); Guido Minnen (Universität Tilburg); Jerry Morgan (University of Illinois, Urbana-Champaign); Carl Pollard (Ohio State University, Columbus); Craige Roberts (Universität Amsterdam); Bernhard Rohrbacher (University of Massachusetts, Amherst); Krister Segerberg (Universität Uppala, Schweden); Noel Scharkey (University of Exeter); Edward N. Zalta (Stanford University)

    1993
    Dorit Abusch (Universität Stuttgart); René Ahn (Universität Tilburg); Ria de Bleser (RWTH Aachen); Hans Ulrich Block (Siemens, München); Reinhart Blutner (Humboldt-Universität, Berlin); Diana Cresti (MIT, Cambridge/Mass.); Paul Dekker (Universität Amsterdam); Grzegorz Dogil (Universität Stuttgart); Edit Doron (Hebrew University, Jerusalem); Chris Fox (University of Essex, Colchester); Georgia Green (Univesity of Illinois, Urbana-Champaign); Cornelia Hamann (Université de Genève); Arild Hestvik (Universität Stuttgart); Janet Hitzeman (University of Rochester); Tibor Kiss (IBM, Heidelberg); Wolfgang Klein (MPI für Psycholinguistik, Nijmegen); Angelika Kratzer (University of Massachusetts, Amherst); Hans-Ulrich Krieger (DFKI, Saarbrücken); Manfred Krifka (University of Texas, Austin); Kiyong Lee (Korea University, Seoul); Erik-Jan van der Linden (Universität Amsterdam); Kevin Mulligan (Universitè de Genève); Steven Pulman (University of Cambridge); Aarne Ranta (Universität Helsinki); Henning Reetz (Universität Konstanz); Diana C. Roberts (Foothill College, USA); Rob van der Sandt (Katholieke Universiteit Nijmegen); Hinrich Schütze (Stanford University); Lisa Selkirk (University of Massachusetts, Amherst); Gerhard Schurz (Universität Salzburg); Robert van Valin (University at Buffalo); Sten Vikner (Universität Stuttgart); Götz Wienhold (Universität Tokio); Richard Wiese (Universität Düsseldorf); Chris Wilder (Humboldt-Universität, Berlin)

    1994
    Franz Beil (Universität Stuttgart); Maria Bittner (Rutgers University, New Brunswick); George Boolos (MIT, Cambridge/Mass.); Harry Bunt (Universität Tilburg); Daniel Büring (Universität Köln); Gennaro Chierchia (Universita di Milano); Monika Doherty (Humboldt-Universität, Berlin); David Dowty (Ohio State University, Columbus); Gisbert Fanselow (Universität Potsdam); Catherine Farbricius-Hansen (Universität Oslo); Carlos Gussenhoven (Katholieke Universiteit Nijmegen); Tracy Hall (FAS, Berlin); Herman Hendricks (Universiteit Amsterdam); Hans-Henrich Hock (University of Illinois, Urbana-Champaign); Helen de Hoop (Risjksuniversiteit Groningen); Ed Keenan (UCLA, Los Angeles); Tracy King (Indiana University, Bloomington); Jaklin Kornfilt (University of Syracuse); Aditi Lahiri (Universität Konstanz); Ewald Lang (Humboldt-Universität Berlin); Renate Musan (MIT, Cambridge/Mass.); Maire Noonan (University College Dublin); Joao Peres (Universität Lissabon); Manfred Pinkal (Universität Saarbrücken); Aarne Ranta (Universität Helsinki); Renate Raffelsiefen (Universität Düsseldorf); Philip Resnick; Sam Rosenthal (Universität Leiden); William Rounds; Henriette de Swart (Rijksuniversiteit Groningen); Jolanta Szpyra (Universität Lublin); Craig Thiersch (Universität Tilburg); Linda Uyechi (OTS Utrecht & Stanford University); Dag Westerstahl (Universität Stockholm); Dieter Wunderlich (Universität Düsseldorf)

    1995
    Jaap van der Does (Universiteit Amsterdam); Junko Ito (University of California; Santa Cruz); Suresh Manandhar (University of Edinburgh); Arnim Mester (University of California; Santa Cruz); Hans-Georg Obenauer (CNRS Paris); Carl Pollard (Ohio State University Columbus); Inger Rosengren (Lunds Universiteit); Barbara Stiebels (Universität Düsseldorf); Hans Uszkoreit (Universität Saarbrücken); Ed Zalta (Stanford University)


  11. Was ist Linguistik? - Ein Teach-In
  12. Es gibt einen weiten und einen engeren Gebrauch des Wortes ,,Linguistik''. Der weitere Begriff bedeutet ,,Studium der Sprache''. Dies ist ein uferloser Gegenstand. Einschlägig ist da alles Vernünftige, was sich über Sprache sagen läßt. Es gibt da soziologische, kulturelle, politische, historische, didaktische, feministische, rassistische und andere -istische Gesichtspunkte. Nach üblicher Praxis der ernsthaften Wissenschaftler ist diese Art von Gegenstand gerade kein wissenschaftlicher Gegenstand. Auch das Leben im allgemeinen ist in diesem Sinne kein wissenschaftlicher Gegenstand.

    Dann gibt es eine engere Verwendung des Wortes, wonach Linguistik dasselbe ist wie das Studium der Grammatik. Dies scheint auf den ersten Blick ein langweiliger und bornierter Gegenstand zu sein. Nähere Betrachtung zeigt aber, daß uns diese Bestimmung ein Reich eröffnet, von der unsere Schulweisheit nicht zu träumen gewagt hätte. Was nämlich der Linguist unter Grammatik versteht, ist etwas ganz anderes, als der Duden oder das allgemeine Verständnis nahelegen würde. Es handelt sich um eine allgemeine Strukturtheorie menschlich möglicher Sprachen.

    Angesichts dieser hochtrabenden Definition ist man als Germanist möglicherweise dazu geneigt, an folgendes Zitat zu denken: ,,Grau, grau, mein Freund, ist alle Theorie, doch grün der Sprache goldener Baum''. In der Linguistik kann jedoch auch das Umgekehrte richtig sein: Aus dem grauen Alltag der Sprache sollen golden die Ordnungsprinzipien hervorleuchten, nach denen die sprachlichen Erscheinungen organisiert sind. Hat der Grammatiker erst einmal angefangen, Prinzipien aufzustellen, nach denen er die verwirrende Fülle von sprachlichen Daten ordnen kann, so hat er ein Paradies gefunden, aus dem ihn niemand mehr vertreiben kann.

    Für die altindischen Grammatiker war es das Lebensziel, eine einzige Grammatikregel zu entdecken. Wem das gelang, der war wie ein Gott, mochte er auch von unansehnlicher Gestalt sein, zerrissen daherlaufen und eine stotternde Rede haben. Wenn er über die Grammatik sprach, dann scharten sich alle um ihn auf dem Marktplatz, und Liebe und Bewunderung wurden ihm zuteil.

    In ,,Tausend und eine Nacht'' heißt es in einer der Geschichten von den drei Kalendern: ,,Ich erhielt eine Ausbildung, die einem Prinzen zukommt. Neben Reiten und Fechten, den heiligen Schriften und der Algebra erlernte ich die Grammatik.'' Diese Wertschätzung der Grammatik ist uns im Zuge eines weitverbreiteten Nützlichkeitsdenkens verlorengegangen. Jeder muß sich mit der Frage ,,Wozu ist das gut?'' herumschlagen. Eine vordergründige Beantwortung eines solchen banausenhaften Ansinnens abzulehnen, ist das erste, was wir hier tun werden. Euklid reagierte einmal auf dieselbe Frage eines Studenten (sie betraf seine axiomatische Geometrie) folgendermaßen: ,,Eubolos (sein Schreiber), gib dem Frager nach der Stunde doch einen Obolus! Der junge Mann möchte offenbar aus allem einen Profit schlagen!''

    Sie werden hier also leider keinen Obolus erwerben können. Wer jedoch einmal erkannt hat, wie bahnbrechend Euklids Vorstellungen über die rechte Art von Geometrie waren, der wird auch im Laufe des Studiums der Linguistik erfahren, wie bahnbrechend und intellektuell anspruchsvoll die Erkenntnisse der Grammatiker sein können, jedenfalls dann, wenn es um die rechte Art von Grammatik geht, die wir mit Euklids Geometrielehre verglichen haben. Was aber ist mit dieser Art von Grammatik gemeint?

    Man weiß wohl noch aus der Schule, daß Geometrie die Wissenschaft von Punkten und Geraden ist. Zu Euklids Zeit aber war Geometrie etwas nützliches, eigentlich keine Wissenschaft im heutigen Sinne des Wortes, sondern eine Kunst; die Kunst der Landvermessung. Euklids neue Art der Geometrie, die sich heutzutage allgemeiner Wertschätzung erfreut, war vom praktischen Nutzen aus gesehen in damaliger Zeit Firlefanz, theoretisch abstruses Zeug, mit dem sich damals nichts rechtes anfangen ließ.

    In ähnlichem Verhältnis könnte man z.B. auch das Verhältnis zwischen Chemie und Alchemie sehen. Die Alchemie war fest in eine Lebenspraxis eingebunden. Sie war, wie alle praktischen Bemühungen, mit einer gewissen Unvollkommenheit behaftet, was ihr jedoch nicht angelastet wurde. Der Beginn der Chemie, die Betrachtung ganz bestimmter quantitativer Verhältnisse und vor allem die entsprechenden Abstraktionen und Modellvorstellungen, die Vorstellung von Molekülen, Atomen usw., war abstrakte Gedankenspielerei, außerhalb jeder Lebenspraxis, und zu nichts nutze. Das waren leere Abstraktionen, die zudem in keinster Weise in Übereinstimmung mit der Praxis standen. Hinzu kam, daß die Theorie der Moleküle und die Meßergebnisse, welche diese Theorie vorhersagte, nie ganz übereinstimmten. Trotzdem hat sich die Theorie durchgesetzt, obwohl sie weder mit dem gesundem Menschenverstand noch mit der damaligen Wissenschaftspraxis übereinstimmte.

    Kommen wir nun wieder zur Linguistik, und zum gesunden Menschenverstand zurück. Was in dieser Disziplin behandelt wird, ist weder mit der gängigen Lebenspraxis, also mit den Vorstellungen, die man gemeinhin über Sprache hat, vereinbar, noch stimmt sie unmittelbar mit Beobachtbarem überein, noch kann behauptet werden, daß man mit ihr die Welt verbessern kann. Aber sie ist sozusagen die Chemie des zwanzigsten Jahrhunderts. D.h. sie ist eine abstrakte Theorie und steht damit im Gegensatz zur Alltagswahrnehmung. Sie stützt sich auf den Erfolg, den sie im wissenschaftlichen Denken für sich verbuchen kann. Dies ist also letztlich gemeint, wenn wir von der rechten Art, Grammatik zu betreiben, gesprochen haben. Es geht um eine relativ abstrakte Ebene der Betrachtung.

    Das heißt nun insbesondere, daß die Beantwortung von Fragen wie ,,Kommt hier ein Komma hin?'', ,,Darf ich hier trennen'' oder ,,Sagt man Café oder Kaffee'' gar nicht unmittelbar in den Bereich der Grammatiktheorie fallen. Solche Fragen würde, um im Vergleich zu bleiben, der Landvermesser oder der Alchemist stellen. Antworten liefert der Duden. Schon zu Beginn des Studiums werden Sie jedoch Gelegenheit haben, zahlreiche Probleme zu diskutieren, von denen auch Herr Duden nie in seinem Leben gehört haben mag.

    Dieses engere Verständnis von Linguistik vorausgesetzt, kann man nun behaupten, daß nicht Sprache der Gegenstand ist, sondern Grammatik, obwohl sich natürlich die Grammatik in der Sprache manifestiert. Man wird ja auch nicht behaupten wollen, daß Materie oder etwas ähnliche konkret gedachtes oder vorgestelltes Gegenstand der Chemie sei. Vielmehr betrachtet man in der Chemie nur bestimmte strukturelle Aspekte eines bestimmten materiellen Bereichs. Ebenso betrachtet man in der systematischen Linguistik nur bestimmte strukturelle Aspekte der Sprachorganisation. Einige wenige dieser Gesichtspunkte nennt man nun auch im Alltagsgebrauch ,,Grammatik''. Z.B. sagt die Grammatik, daß das Partizip von ,,singen'' den Stamm ,,-sung-'' (wie in ,,gesungen'') hat. Diese Tatsache allein ist jedoch kein Gegenstand einer strukturellen Betrachtungsweise, und somit kein Gegenstand der Grammatiktheorie. Ähnlich ist es wohl mit allem, was man gemeinhin unter Grammatik versteht und als langweilig bezeichnen würde. Meist stellt sich bei näherer Betrachtung heraus, daß es darum gar nicht geht.

    Bevor wir als Linguisten also überhaupt über Sprache reden können, müssen wir erst einmal die Grammatik erforschen. Wie macht man das? Was ist - im Sinne der vorangegangenen Bemerkungen - das ,,richtige'' oder ,,interessante'' oder das ,,strukturell relevante'' Vorgehen? Wie gehen wir vor, wonach suchen wir? Das sagt eben die Linguistik.

    Durch bloßes Hinstarren auf die Sprache und nur mit gesundem Menschenverstand ist da leider nichts zu machen. Es geht da um solche Dinge wie Phonologie, Syntax und Semantik, die in dieser Reihenfolge immer schwieriger werden. Die Phonologie ist die Wissenschaft von der Lautstruktur (banal: von den Ausspracheregeln). Hier ist ein relativ einfacher Einstieg möglich. Man beginnt idealerweise mit konkreten phonologischen Analysen möglichst vieler Sprachen der Welt. Dann kommt man bald dahinter, daß neben der Vielfalt doch eine beeindruckende Ähnlichkeit ,,der Struktur'' zu entdecken ist. Will man diesen Eindruck präzisieren, so führt das in natürlicher Weise zu relativ abstrakten Begriffen, wie dem des ,,phonologischen Prozesses'', der ,,Regelordnung'' usw. Von diesen Dingen hat der Student vorher nichts gewußt. Nach dem Studium sieht er solche Gesetzmäßigkeiten überall. Er hat also etwas gelernt, was er vorher nicht ahnte.

    Die Syntax ist die Lehre von der Satz-Struktur. Sie ist wesentlich abstrakter als die Phonologie, weil die Struktur eines Satzes sich nur durch sehr indirekte Methoden entwickeln läßt. Man hört und sieht sie nicht. Aber es läßt sich nachweisen, daß jeder sie in einem gewissen Sinne hat. Wir sind uns ganz sicher, daß niemand auf Anhieb sagen kann, was die korrekte Analyse von so einfachen Sätzen ist wie:

    a. ... weil Ede eine Gemse jagen will.
    b. Ede will eine Gemse jagen.
    c. Will Ede eine Gemse jagen?
    d. Eine Gemse will Ede jagen.
    e. Was will Ede jagen?
    f. Was jagen?

    Ein echter Linguist bei diesen Beispielen ein Jahr lang jeden Tag eine Stunde reden kann, und zwar immer etwas neues. Natürlich wird er nicht nur über diese Beispiele sprechen. Er kommt von einem zum anderen. Es ist so, wie Ferdinand de Saussure, einer der Begründer der modernen Linguistik, sagt: ,,La langue est un système où tout se tient'' [langue = grammaire]. Niemand, der die Linguistik nicht studiert hat, kann dies verstehen. Er kann nicht einmal sehen, daß es über solche Sätze so viel zu sagen geben könnte.

    Zurück zur Nutzenfrage: Man wird nichts Tiefes über die ,,Sprache'' herausbekommen, wenn man die Gesetzmäßigkeiten der Syntax und der Grammatik im allgemeinen nicht kennt. Es ist das große Verdienst von Noam Chomsky, gezeigt zu haben, daß Grammatik philosophisch wichtig ist. Uns scheint, daß die Hinwendung zur Grammatik eines der wichtigsten Ereignisse in den Geisteswissenschaften in diesem Jahrhundert ist, vielleicht sogar ,,das wichtigste''. Diese Hinwendung ist vor allem in der Syntax vollzogen worden.

    Semantik, die Lehre von der Bedeutung, ist am schwierigsten zu fassen. Man braucht ein heißes Herz und einen klaren Kopf, um hier nicht zu verzweifeln. Ein Nicht-Semantiker wird solche Sätze wie ,,Die Bedeutung eines Satzes ist eine Funktion von Äußerungskontexten in Mengen von möglichen Situationen/Welten'' allenfalls mit Kopfschütteln quittieren. Er wird höhnisch die Nase rümpfen, wenn er beim Durchblättern eines Lehrbuchs auf den Slogan stößt: ,,Bedeutungen sind nicht im Kopf''. Und dennoch ist beides richtig. Das Schwierigste ist es, den Studenten klar zu machen, worüber in der Semantik überhaupt geredet wird. Wir können das deswegen an dieser Stelle auch nicht tun. Nur so viel: Die Semantik hat in den letzten Jahrzehnten ein Arsenal sehr feiner Methoden entwickelt. Über alle Aspekte der sprachlichen Bedeutung kann etwas Tiefes und Richtiges gesagt werden.

    Dem Laien klar zu machen, worum es in der Linguistik geht, kann und soll man immer wieder versuchen. So etwas ist für die Relativitätstheorie auch immer wieder versucht worden. Aber ehrlich: Haben Sie, der Sie nicht Physik studiert haben, Einsteins ,,ABC der Relativitätstheorie'' je wirklich verstanden? Man kriegt allenfalls einen Eindruck, worum es geht. Man sagt zu sich: ,,Mann, das könnte interessant sein''. Außerdem hat die Physik ja so viel Prestige und muß deshalb wichtig sein. Mit der Grammatik ist es anders. Das landläufige Vorurteil ist dies: ,,Grammatik ist schwierig und langweilig''. Nein, Grammatik ist schwierig, aber faszinierend und wichtig. Was könnte faszinierender, was wichtiger sein?

    Unsere Beschreibung des Studienfachs Linguistik ist also diese:

    Linguistik = Grammatik


  13. Was ist Computerlinguistik?
  14. 7.1. Einführung

    Die Computerlinguistik ist ein interdisziplinäres Teilgebiet der Allgemeinen Sprachwissenschaft, das Methoden aus der Informatik, der Logik, der formalen Sprachwissenschaft und der Kognitionspsychologie auf die maschinelle Erkennung und Generierung von natürlichen Sprachen anwendet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der maschinellen Verarbeitung geschriebener Sprache. Die maschinelle Synthese und Analyse gesprochener Sprache gewinnt jedoch zunehmend an Bedeutung.

    Im Zeitalter elektronischer Informationsverarbeitung ist ein großes Interesse an der maschinellen Verarbeitung natürlicher Sprache entstanden. Die Computerindustrie hat dieser Entwicklung dadurch Rechnung getragen, daß alle führenden Softwareanbieter inzwischen über eigene computerlinguistische Forschungslabors verfügen. Universitäten des In- und Auslandes haben auf diese Entwicklungen und die damit verbundenen Berufsperspektiven durch den verstärkten Ausbau der Computerlinguistik und durch die Einrichtung entsprechender Studiengänge reagiert. An den Universitäten Stuttgart und Tübingen wird die Computerlinguistik im Rahmen eines Kooperationsvertrages besonders gefördert. Bestandteil dieser Kooperation ist u.a. die Einrichtung innovativer Studiengänge an beiden Universitäten. Die Universität Tübingen gehört dabei zu den ersten deutschen Universitäten, die bereits 1985 mit dem Magisterstudiengang ,,Allgemeine Sprachwissenschaft und Nebenfächer'' einen interdisziplinären Studiengang eingerichtet hat, der das Hauptfachstudium in Allgemeiner Sprachwissenschaft mit dem Nebenfachstudium in Informatik und Psychologie verbindet.

    7.2. Computerlinguistische Forschung

    Die universitäre Forschung in der Computerlinguistik beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen der maschinellen Sprachverarbeitung. Diese Grundlagenforschung ist von zwei komplementären Erkenntnisinteressen geleitet, die mit folgenden Spezialgebieten der Computerlinguistik korrelieren:

    7.2.1. Praktische Computerlinguistik

    Die Praktische Computerlinguistik hat die Aufgabe,

    Auf der Ebene der Grammatikformalismen haben sich seit Ende der 70er Jahre in der Computerlinguistik vor allem sog. unifikationsbasierte linguistische Theorien durchgesetzt. Diese Theorien gehen auf Arbeiten des Informatikers und Logikers Alain Colmerauer zurück und sind von ComputerlinguistInnen, Allg. SprachwissenschaftlerInnen und InformatikerInnen gemeinsam weiterentwickelt worden. Die Algorithmen der maschinellen Sprachverarbeitung, die auf diesen unifikationsbasierten Grammatikformalismen gründen, greifen auf Techniken des Logikprogrammierens und des Compilerbaus zurück und können als Spezialfall der logischen Deduktion verstanden werden. Deshalb wird der in diesen Theorien verfolgte Ansatz der Spracherkennung auch als deduktives Parsing bezeichnet. Die logische Grundlage solcher Sprachverarbeitungsalgorithmen erlaubt es, Algorithmen der Spracherkennung und -generierung deklarativ und prozeßneutral zu spezifizieren. Die deklarative Spezifikation von Algorithmen hat den praktischen Vorteil, daß sie in Programmarchitekturen für unterschiedliche Anwendungen eingebettet werden können. D.h. sie können sowohl für die Spracherkennung als auch die Sprachgenerierung verwendet werden, bzw. für maschinelle Übersetzungssysteme miteinander verknüpft werden.

    7.2.2. Theoretische Computerlinguistik

    Der zentrale Gegenstand der Theoretischen Computerlinguistik ist in erster Näherung die menschliche Sprache unter dem Aspekt ihrer ,,Berechenbarkeit.'' Obwohl der Computer die Inkarnation eines effektiven Berechnungsmodells par excellance ist, gehen der Aufgabenbereich und das leitende Erkenntnisinteresse dieser Teildisziplin der Sprachwissenschaft (deren weniger mißverständlicher englischer Name Theoretical Computational Linguistics lautet) dabei über eine ,,Linguistik für den Computer'' hinaus.

    Unter einem Berechnungsverfahren wird in diesem Zusammenhang ein Vorgehen verstanden, bei dem ausgehend von einer endlichen Menge diskreter Objekte durch Anwendung eines vorher festgelegen Satzes von Regeln ein ebenfalls endliches, diskretes Objekt erreicht wird. Offensichtlich involviert etwa das Verstehen eines Satzes einen Berechnungsvorgang in diesem Sinn. Aufbauend auf Ergebnisse und Methoden der Logik beschäftigt sich die Theoretische Computerlinguistik mit den Eigenschaften derartiger Berechnungsverfahren, soweit diese geeignet sind, Einsichten in die Struktur natürlicher Sprachen zu vermitteln. So hat man zum Beispiel in der Logik und der Theoretischen Informatik eine feingliedrige Hierarchie von Berechnungsverfahren entwickelt, die diese Prozesse gemäß ihrer wachsenden Stärke klassifiziert. Vor diesem Hintergrund ist es von hohem theoretischen und praktischen Interesse, wo genau auf dieser Hierarchie berechenbarer Verfahren sowohl die natürlichen Sprachen ,,an sich'' als auch ihre Modellierungen durch verschiedene linguistische Theorien angesiedelt sind. Sollte es sich herausstellen, daß wir unser wichtigstes Kommunikationsmedium nur durch den Rückgriff auf abstrakte Rechenvorschriften modellieren können, die jenseits der praktischen Rechenleistung aktuell vorhandener und für die Zukunft vorhersehbarer Computer liegen, wirft dieser Umstand tiefgreifende Fragen über den Gegenstand linguistischer Forschung auf.

    Neben der praktischen Relevanz der Resultate zur Komplexität natürlicher Sprache, soweit sie durch theoretische Uberlegungen über ihre Berechenbarkeit erfaßt werden kann, stehen entsprechende Ergebnisse auch in engem Zusammenhang mit grundlegenden Vorstellungen, die sich unter dem Einfluß kognitionswissenschaftlicher Begriffsbildung über das Wesen der Sprache in den vergangenen vier Jahrzehnten gebildet haben. Gegenstand der Kognitionswissenschaft sind die Funktionen erkenntnis- und wissengeleiteten Verhaltens von Menschen, Tieren und Maschinen. Die Kognitionswissenschaft integriert in ihrem Forschungsprogramm Resultate und Methoden der kognitiven Psychologie, der künstlichen Intelligenz, der Sprachwissenschaft, der Philosophie, der Neurowissenschaften und der kognitiven Anthropologie. Sie geht von der Annahme aus, daß mögliche Antworten auf Probleme, die in ihren Bereich fallen, der einschränkenden Hypothese gehorchen müssen, daß Kognition in letzter Analyse als ein Verrechnen von (mentalen) Repräsentationen zu verstehen ist. Die menschliche Sprache gehört nach den Grundannahmen der Kognitionswissenschaft zu den geistigen Vermögen, die in ihrer Ausübung als ein Berechnen von solchen endlichen, diskreten mentalen Repräsentationen zu verstehen sind. Sollten nun die Verfahren, die in der Phonologie, der Morphologie, der Syntax, der Semantik und der Pragmatik anzunehmen sind, von so extremer Komplexität sein, daß sie nicht nur die praktische Rechenleistung denkbarer Computer sprengen, sondern darüberhinaus aus dem Rahmen des oben skizzierten abstrakten Begriffs eines allgemeinen Berechnungsverfahrens fallen, dann wären nicht nur Hürden für die angestrebten Anwendungen der Computerlinguistik aufgerichtet, sondern eines der konkurrierenden Paradigmata, die das Selbstverständnis des homo sapiens leiten, wäre in ihren Grundlagen erschüttert. Diese Verbindungen machen deutlich, daß die Theoretische Computerlinguistik es zwar nicht - wie es ihre Bezeichnung scheinbar nahelegt - als ihr vornehmstes Ziel ansieht, die menschliche Sprache auf ein Computerprogramm zu reduzieren, daß ihr Arbeitsgebiet, die Betrachtung der Sprache unter berechnungstheoretischem Aspekt, jedoch von unmittelbarer Bedeutung für die praktischen Belange der Computerlinguistik und für unser Selbstverständnis als sprechende Wesen sind.

    7.2.3. Anwendungsgebiete

    Unter dem Stichwort des Information Superhighways hat die US-Regierung das Gebiet der Informationsverarbeitung als Herausforderung an die Wissenschaft und als Zukunftsproblem mit höchster Priorität erklärt. Die Weltbevölkerung wird zunehmend gezwungen sein, die Mobilität des Einzelnen im privaten wie im öffentlichen Bereich einzuschränken, und wird gleichzeitig bestrebt sein, diese Einschränkungen ohne wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schaden zu vollziehen. Gleichzeitig erleben wir eine Computerisierung am Arbeitsplatz und eine flächendeckende Vernetzung und Verkabelung, die einen effizienten Informationstransfer, auch von Privathaushalten, ermöglichen wird. Angesichts der ökologischen Folgekosten unbegrenzter Mobilität und angesichts der technischen Revolution in der Computer- und Softwareindustrie muß die Möglichkeit ins Auge gefaßt werden, Interaktionen und Transaktionen am Arbeitsplatz so weit wie möglich rechnergestützt durchzuführen. Gleichzeitig ergibt sich die Möglichkeit, Wohn- und Arbeitssphäre enger miteinander zu verknüpfen, so daß flexible Arbeitszeiten leichter realisiert und partnerschaftliche Pflichten gleichmäßiger verteilt werden können.

    Das damit verbundene Modell von Computerbenutzern als distributed agents in einem weltumspannenden Datennetz stellt daher das Leitmotiv für die Zukunftsvision des Information Superhighways dar. Daß die natürliche Sprache für den Informationstransfer zwischen solchen dezentralen Agenten konstitutiv ist, bedarf keiner weiteren Begründung. Eine ausreichende Akzeptanz für die vielfältigen Informations- und Kommunikationsangebote des Information Superhighways wird sich nur dann erzielen lassen, wenn die potentiellen Nutzer sich der menschlichen Sprache als Zugangsmedium bedienen können. Es ist nur folgerichtig, daß auf dem Gebiet der Softwareentwicklung für Produkte, die die maschinelle Verarbeitung natürlicher Sprache unterstützen, mit dem Begriff Lingware eine spezifische Bezeichung für computerlinguistische Software geprägt worden ist.

    Die Anwendungsgebiete der Computerlinguistik betreffen Systeme, die die natürlich-sprachliche Interaktion bzw. die Mensch-Maschine-Interaktion unterstützen. Traditionell gehört zu diesen Anwendungsgebieten die Maschinelle Übersetzung. Jährlich wurden bereits 1986 45 Milliarden Mark weltweit für Übersetzungen ausgegeben. Durch die europäische Integration steigt der Bedarf an computerunterstützter Übersetzung ständig weiter an. So müssen Gesetzestexte und andere offizielle Dokumente der EG in allen Nationalsprachen verfügbar sein. Gleichzeitig müssen Firmen Bedienungsanleitungen in den Einzelsprachen all jener Länder erstellen, in denen sie ihre Produkte vermarkten. Nationale und internationale Träger der Forschungsförderung haben dem Bedarf an maschineller Übersetzung durch die Einrichtung von einschlägigen Forschungsprogrammen Rechnung getragen.

    So fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit 1992 ein außerordentlich ambitioniertes Langzeitprojekt mit dem Namen VERBMOBIL, das im Laufe der nächsten acht Jahre ein tragbares Simultandolmetschgerät für gesprochene Sprache zwischen den Sprachen Deutsch, Englisch und Japanisch entwickeln soll. Ein ähnliches Projekt besteht bereits seit zwei Jahren am Forschungszentrum ATR der japanischen Telefongesellschaft. Es muß jedoch betont werden, daß sich sowohl die maschinelle Übersetzung wie auch die Signalverarbeitung gesprochener Sprache derzeit noch im Stadium der Grundlagenforschung befinden und deshalb das VERBMOBIL futuristischen Charakter mit allen damit verbundenen Forschungsrisiken hat. Gegenwärtig kommen jedoch schon praktische Systeme der maschinellen Übersetzung zum Einsatz, die auf begrenzten Sprachdomänen operieren, etwa bei der Erstellung und Übersetzung von Wetterberichten.

    In dem Maße, in dem sich die automatische Erkennung gesprochener Sprache verbessern wird, werden eine Vielzahl von Programmen mit automatischer Spracheingabe realisierbar, wie die Spracheingabe für Textverarbeitungsprogramme oder wie die automatische Bearbeitung von Telefonaten, etwa bei der Fernmeldeauskunft oder bei der Bestellung von Waren und Dienstleistungen. Erste praktische Programme sind auf diesen Gebieten bereits im Einsatz. So gibt es bereits ein sprecheradaptives Spracherkennungssystem, das es erlaubt, die Fahrplanauskunft für Intercity-Zugverbindungen der Bundesbahn telefonisch abzurufen.

    Ein weiteres, außerordentlich zukunftsträchtiges Anwendungsgebiet für die Computerlinguistik stellt die Bereitstellung von Sprachressourcen in elektronischer Form dar. Dazu gehören z.B. die Entwicklung elektronischer Wörterbücher, die Erstellung computerunterstützter Lernprogramme zum Fremdspracherwerb und die Entwicklung von Hilfsprogrammen zur elektronischen Textverarbeitung (u.a. Rechtschreib- und Worttrennungsprogramme sowie Programme zur Erstellung von Konkordanzen).

    Im Zuge der zunehmenden Unüberschaubarkeit elektronischer Informationsquellen wird das intelligente Recherchieren große Bedeutung erlangen. Die Computerlinguistik wird durch die Bereitstellung von Programmen zur Wortformenerkennung, zur statistischen Berechnung von signifikanten Wortassoziationen und zur automatischen Zuordnung von Begriffen zu semantischen Begriffsklassen auch in diesem Bereich einen wichtigen Beitrag leisten.

    7.3. Computerlinguistische Ausbildung in Tübingen

    Im Rahmen des Studiengangs ,,Allgemeine Sprachwissenschaft und Nebenfächer'' werden einschlägige Lehrveranstaltungen der Praktischen und Theoretischen Computerlinguistik und der Informatik angeboten. Durch die Ansiedlung von Forschungsprojekten (siehe Abschnitt 4 dieser Broschüre) ergibt sich außerdem schon während des Studiums die Möglichkeit, praktische Erfahrungen bei der Erstellung computerlinguistischer Software zu erwerben. Das Seminar unterhält außerdem enge Kontakte zu Industrieunternehmen und kann bei der Vermittlung von Industriepraktika während des Studiums behilflich sein.


  15. Arbeitspapiere des SfS
  16. Seminar für Sprachwissenschaft
    Eberhard-Karls-Universität Tübingen
    Wilhelmstraße 113
    D-72074 Tübingen
    Tel.: +49-7071-29-4279 / 7303
    Email: reports@arbuckle.sfs.nphil.uni-tuebingen.de
    Fax: +49-7071-550520

    Die folgenden bisher in der SfS-Report-Reihe erschienenen Berichte können über die oben angegebene Adresse bezogen werden. Die Angaben CL bzw. AuTS bezeichnen die Arbeitsbereiche Computerlinguistik bzw. Allgemeine und Theoretische Sprachwissenschaft.

    SfS-Report-01-92
    Arnim von Stechow: Aufgaben der Syntax.
    (AuTS - p. 158; DM 15,-)

    SfS-Report-01-93
    Erhard Hinrichs & Tsuneko Nakazawa: Aspects of German VP Structure - An HPSG Account.
    (CL - p. 52; DM 8,-)

    SfS-Report-02-93
    Susanne Riehemann: Word Formation in Lexical Type Hierarchies - A Case Study of bar-Adjectives in German.
    (CL - p. 78; DM 10,-)

    SfS-Report-03-93
    Elisabeth Breidt: Extraktion von Verb-Nomen-Verbindungen aus dem Mannheimer Korpus I.
    (CL - p. 44; DM 7,-)

    SfS-Report-04-93
    Byong-Rae Ryu: Structure Sharing and Argument Transfer - An HPSG Approach to Verbal Noun Constructions.
    (CL - p. 87; DM 10,-)

    SfS-Report-05-93
    Gereon Müller: On Deriving Movement Type Asymmetries.
    (AuTS - p. 540; DM 25,-)

    SfS-Report-06-93
    Caroline Féry & Cécile Meier: Coronal Asymmetries in Zurich German.
    (AuTS - p. 41; DM 7,-)

    SfS-Report-07-93
    Irene Heim: Anaphora and Semantic Interpretation: A Reinterpretation of Reinhart's Approach.
    (AuTS - p. 42; DM 7,-)

    SfS-Report-08-93
    Helmut Feldweg: Stochastische Wortartendisambiguierung für das Deutsche: Untersuchungen mit dem robusten System LIKELY.
    (CL - p. 30; DM 6,-)

    SfS-Report-09-93
    Ralf Hauser & Angelika Storrer: LexParse: Ein Parser zur maschinellen Analyse von Wörterbuchstrukturen.
    (CL - p. 60; DM 8,-)

    SfS-Report-10-93
    Ralf Hauser: LexParse: A Dictionary Entry Parser. User's Manual.
    (CL - p. 88; DM 10,-)

    SfS-Report-11-93
    Gereon Müller & Wolfgang Sternefeld: A-bar Chain Formation without Economy.
    (AuTS - p. 35; DM 6,-)

    SfS-Report-12-93
    Arnim von Stechow: Against LF Pied-Piping.
    (AuTS - p. 40; DM 7,-)

    SfS-Report-13-93
    Wolfgang Sternefeld: Plurality, Reciprocity, and Scope.
    (AuTS - p. 67; DM 8,-)

    SfS-Report-01-94
    Jung-Goo Kang & Gereon Müller: Kopiertheorie gegen Rekontruktion.
    (AuTS - p. 29; DM 6,-)

    SfS-Report-02-94
    Arnim von Stechow: Modular Morphology and the Scope of ,,wieder'' and ,,again''. (AuTS - p. 57; DM 8,-)

    SfS-Report-03-94
    Ulrike Haas-Spohn: Versteckte Indexikalitat und subjektive Bedeutung.
    (AuTS - p. 266; DM 17,-)

    SfS-Report-01-95
    Elisabeth Breidt: Terminology for Bilingual Dictionaries in Computational Lexicography.
    (CL - p. 46; DM 7,-)

    SfS-Report-02-95
    Caroline Fery: Alignment, syllable and metrical structure in German.
    (AuTS - p. 235; DM 15,-)


  17. Weitere Informationen & Adressen
  18. Wer sich für die angebotenen Magisterstudiengänge AS bzw. ASN oder den Promotionsstudiengang ILS interessiert, erhält weitere Informationen in einem der beiden Sekretariate der beiden Lehrstühle des SfS:

    Lehrstuhl Allgemeine und Theoretische Sprachwissenschaft des SfS:
    Birgit Kaiser
    Eberhard-Karls-Universität Tübingen
    Wilhelmstraße 113
    D-72074 Tübingen
    Tel.: 07071-29-7303

    Lehrstuhl Allgemeine Sprachwissenschaft/Computerlinguistik des SfS:
    Stefanie Schwarz/Iris Haberbosch
    Eberhard-Karls-Universität Tübingen
    Wilhelmstraße 113
    D-72074 Tübingen
    Tel.: 07071-29-4279

    Für alle drei Studiengänge gibt es eine fachspezifische Studienberatung. Für den Magisterstudiengang AS ist dies:

    Wolfgang Sternefeld
    Wilhelmstraße 113, 2. Stock
    D-72074 Tübingen
    Tel.: 07071-29-7304
    Zeit: Dienstag, 11 Uhr - 12 Uhr 30.

    Für den Magisterstudiengang ASN macht die Studienberatung:

    Steve Abney
    Wilhelmstraße 113, 1. Stock
    D-72074 Tübingen
    Tel.: 07071-29-4279
    Zeit: Donnerstag, 10 Uhr - 12 Uhr.

    Die Beratung für den Promotionsstudiengang erfolgt alternativ durch Wolfgang Sternefeld oder Steve Abney.

    Schließlich ist noch darauf hinzuweisen, daß am ersten Montag in jedem Semester eine Versammlung von allen am SfS Lehrenden und den Studenten der Fachschaft stattfindet, auf der die Erstsemester begrüßt und informiert werden.


REDAKTION: GEREON MÜLLER & WOLFGANG STERNEFELD
STAND: MAI 1995

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